Eine lange und abwechslungsreiche Enduro-Saison liegt hinter den Teilnehmern der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft, des Deutschen Enduro Cups und des Deutschen Enduro Pokals. Unterschiedliche Streckencharakteristiken, anspruchsvolle Sonderprüfungen und wechselnde Witterungsbedingungen machten die Veranstaltungen zu einer vielseitigen Herausforderung. Während in der DEM bereits am 18. Oktober in Streitberg die letzten Entscheidungen fielen, ging es eine Woche später in Kempenich für den Deutschen Enduro Cup und den Deutschen Enduro Pokal noch einmal um die verbleibenden Meisterschaftstitel.
Damit sind nun alle Meisterschaften der Saison 2026 entschieden. An der Spitze des Championats setzte sich Jeremy Sydow durch, der mit einer überzeugenden Saison gleich zwei Titel feiern durfte. Doch auch in den weiteren Klassen gab es bemerkenswerte Erfolge, enge Entscheidungen und persönliche Geschichten, die das Endurojahr geprägt haben.
Jeremy Sydow dominiert das Championat – Chlum und Fischeder sichern sich die Klassentitel
Der herausragende Teilnehmer der Saison war zweifelsohne Jeremy Sydow. Der Triumph-Pilot zeigte insbesondere im weiteren Saisonverlauf eine beeindruckende Konstanz und konnte sich nach seinem bereits vorzeitig gesicherten Titel in der Klasse E1 beim Finale in Streitberg auch die Meisterschaft im Championat sichern. Beim letzten Saisonlauf unterstrich er seine Klasse noch einmal eindrucksvoll: Alle zehn Sonderprüfungen entschied Sydow für sich. Damit krönte er eine erfolgreiche Saison mit dem Titel des Deutschen Enduro Meisters im Championat.
In der Klasse E2 hatte Matyas Chlum bereits beim vorletzten Saisonlauf in Rehna allen Grund zur Freude. Der Sherco-Pilot machte dort mit einem denkbar knappen Vorsprung von gerade einmal 0,81 Sekunden den Meistertitel perfekt. In der E3 fiel die Entscheidung hingegen erst beim Finale in Streitberg. Luca Fischeder behielt die Nerven und sicherte sich nach einer konstanten Saison den Klassensieg. Im Championat belegte er hinter Sydow den zweiten Gesamtrang.
Auch die Juniorenmeisterschaften boten bis zum Saisonende spannende Entscheidungen. In der Klasse J1 setzte sich Leonard Koch durch und durfte sich über den Meistertitel freuen. Max Stradtner machte in der J2 beim Finale in Streitberg alles klar. Mit seinem Heimsieg krönte er eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison und sorgte vor heimischem Publikum für einen besonderen Abschluss.
Die Mannschaftswertung der Deutschen Enduro Meisterschaft entschied der ADAC Sachsen e.V. für sich und bestätigte damit die starke mannschaftliche Präsenz über die gesamte Saison.
Die Meister der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft 2026:
- Championat: Jeremy Sydow
- Klasse E1: Jeremy Sydow
- Klasse E2: Matyas Chlum
- Klasse E3: Luca Fischeder
- Junioren J1: Leonard Koch
- Junioren J2: Max Stradtner
- Mannschaftswertung: ADAC Sachsen e.V.
Deutscher Enduro Cup: Janik Koßack gewinnt das Championat
Auch im Deutschen Enduro Cup wurde bis zum letzten Renntag um jeden Punkt gekämpft. Besonders eng entwickelte sich der Kampf um die Gesamtwertung zwischen Janik Koßack und Jonathan Petter. Beide Beta-Piloten lieferten sich über die Saison hinweg ein spannendes Duell, das erst beim Finale in Kempenich endgültig entschieden wurde.
Petter behauptete dort über den gesamten Renntag hinweg die Führung und sicherte sich mit einem Vorsprung von lediglich zehn Sekunden den Tagessieg in der Klasse E1B. Damit krönte er seine Saison zugleich mit dem Meistertitel in dieser Klasse. Koßack belegte den zweiten Tagesrang, durfte sich aber dennoch über den Gesamtsieg im Deutschen Enduro Cup freuen. Nach einem schwierigen Saisonbeginn hatte er sich kontinuierlich gesteigert und mit seiner Konstanz die entscheidenden Punkte gesammelt.
In der Klasse E2B ging der Meistertitel an Christopher Schmidt. Der KTM-Pilot hatte sich mit konstanten Ergebnissen eine hervorragende Ausgangslage erarbeitet und konnte sich in Kempenich über den verdienten Erfolg freuen. In der E3B setzte sich Paul Hempel durch. Der Beta-Pilot überzeugte im Saisonverlauf mit mehreren Podiumsplatzierungen und machte schließlich den Titelgewinn perfekt.
Auch der Nachwuchs hatte beim Saisonfinale in der Eifel Grund zum Jubeln. Jannis Schwabe sicherte sich den Meistertitel in der Jugendklasse 5. Obwohl er sich in Kempenich in der Tageswertung Maximilian Furth geschlagen geben musste, reichte sein zweiter Platz zum Gewinn der Meisterschaft. Für Schwabe bedeutete dies den ersten großen nationalen Titel und einen gelungenen Abschluss seiner Saison.
Die Mannschaftswertung des Deutschen Enduro Cups entschied der ADAC Hessen-Thüringen e.V. für sich.
Die Meister des Deutschen Enduro Cups 2026:
- Championat: Janik Koßack
- Klasse E1B: Jonathan Petter
- Klasse E2B: Christopher Schmidt
- Klasse E3B: Paul Hempel
- Jugendklasse 5: Jannis Schwabe
- Mannschaftswertung: ADAC Hessen-Thüringen e.V.
Pokalwertungen: Erfahrung, Konstanz und ein spannendes Damenfinale
Neben den Meisterschaften der DEM und des Deutschen Enduro Cups standen auch die Pokalwertungen im Mittelpunkt. In den Klassen Senioren, Super-Senioren und Damen wurden die letzten Punkte ebenfalls in Kempenich vergeben.
Bei den Senioren setzte sich Sirko Bühnemann durch. Der erfahrene Triumph-Pilot bewies beim Finale noch einmal seine Klasse und ließ mit sechs Bestzeiten in den sechs Sonderprüfungen keinen Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen. Dabei waren die Bedingungen in Kempenich nicht unbedingt seine bevorzugten Voraussetzungen. Als ausgewiesener Sand-Spezialist fühlte er sich auf dem anspruchsvollen Untergrund der Eifel nicht unbedingt am wohlsten. Umso größer war die Freude über den erfolgreichen Saisonabschluss und den Meistertitel.
Bei den Super-Senioren durfte Stefan Müller jubeln. Auch er zeigte beim Finale eine beeindruckende Leistung und gewann sämtliche sechs Sonderprüfungen. Für ihn hatte der Erfolg eine ganz besondere Bedeutung: Vor genau 41 Jahren hatte er in Kempenich seine Enduro-Karriere begonnen. Mehr als vier Jahrzehnte später kehrte er an diesen Ort zurück und machte dort mit dem Meistertitel den Kreis auf besondere Weise komplett.
Besonders spannend verlief die Meisterschaft bei den Damen. Vanessa Danz reiste als Führende nach Kempenich, während Lisa Richter nur noch eine Außenseiterchance auf den Titel hatte. Richter fand jedoch immer besser in den Rhythmus und steigerte sich im Laufe des Renntages kontinuierlich. Mit dem Tagessieg sicherte sie sich schließlich auch die Meisterschaft. Da beide Teilnehmerinnen die Saison punktgleich beendeten, gab die Anzahl der Tagessiege den Ausschlag. Mit zwei Erfolgen hatte Richter hier die Nase vorn und durfte sich über den Titel freuen.
Die Meister der Pokalwertungen 2026:
- Senioren: Sirko Bühnemann
- Super-Senioren: Stefan Müller
- Damen: Lisa Richter
Rückblick auf die Saison 2026: Abwechslungsreicher Endurosport an unterschiedlichen Standorten
Die Saison 2026 zeigte einmal mehr, wie vielseitig der deutsche Endurosport aufgestellt ist. Bereits der Auftakt in Dahlen bot einen gelungenen Einstieg in das Meisterschaftsjahr. Anschließend rückte mit den beiden Veranstaltungen in Meltewitz der Sprint-Enduro-Charakter stärker in den Mittelpunkt. Kurze Etappen und intensive Sonderprüfungen verlangten den Teilnehmern eine andere Herangehensweise ab als klassische Geländefahrten.
Mit Großlöbichau folgte ein weiterer Sprint-Enduro-Lauf, bei dem sich die Teilnehmer erneut auf ein kompaktes und anspruchsvolles Prüfungsprogramm einstellen mussten. Besonders im Kampf um das Championat zeichnete sich dabei bereits ab, dass Jeremy Sydow in diesem Jahr nur schwer zu schlagen sein würde. Dennoch blieb die Konkurrenz in Schlagdistanz und sorgte für spannende Duelle in den einzelnen Klassen.
Nach der Sommerpause führte der Weg der Meisterschaft in den hohen Norden nach Rehna. Zum 60-jährigen Vereinsjubiläum des MC Rehna wurde der Endurosport mitten in die Stadt geholt. Start und Parc Fermé im historischen Umfeld sorgten für eine besondere Atmosphäre. Sportlich verlangten die schwierigen Wetterbedingungen den Teilnehmern einiges ab. Schlammige Passagen und anspruchsvolle Sonderprüfungen machten den Lauf zu einer echten Belastungsprobe. Gleichzeitig fielen mit den Meisterschaften von Jeremy Sydow in der E1 und Matyas Chlum in der E2 bereits zwei wichtige Entscheidungen.
Das große Finale der DEM fand schließlich in Streitberg in der Fränkischen Schweiz statt. Nach zwei Jahren Pause kehrte die Meisterschaft an diesen traditionsreichen Standort zurück. Der MSC Fränkische Schweiz hatte eine rund 65 Kilometer lange Runde mit drei Sonderprüfungen vorbereitet. Etappenabschnitte und Prüfungen verlangten den Teilnehmern zum Saisonabschluss noch einmal einiges ab. Neben der Entscheidung im Championat wurden hier auch die letzten offenen Titel in den DEM-Klassen vergeben.
Eine Woche später richtete sich der Blick nach Kempenich in die Vulkaneifel. Bei der 74. Mittelrheinischen ADAC Geländefahrt des MSC Kempenich standen die letzten Entscheidungen im Deutschen Enduro Cup und im Deutschen Enduro Pokal auf dem Programm. Rund 150 Teilnehmer gingen auf die etwa 55 Kilometer lange Runde. Während die Cup-Starter vier Runden absolvierten, standen für die Pokalklassen drei Umläufe an. Zwei anspruchsvolle Sonderprüfungen sorgten für die sportlichen Höhepunkte.
Auch organisatorisch stellte das Finale den Veranstalter vor Herausforderungen. Kräftige Windböen und Regenfälle in der Nacht hatten zahlreiche Streckenmarkierungen und Absperrungen beschädigt. Der MSC Kempenich reagierte umsichtig, verschob den Start um eine Stunde und nutzte die zusätzliche Zeit für notwendige Kontrollen und Reparaturen. So konnte die Veranstaltung schließlich bei guten Bedingungen erfolgreich durchgeführt werden.
Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft
Neben den sportlichen Entwicklungen gab es 2026 auch organisatorisch und technisch einige Neuerungen. Besonders die Einführung des neuen Zeitnahmesystems RaceSystem+ und der dazugehörigen App stellte einen wichtigen Schritt dar. Mit verbessertem Live-Timing, einer übersichtlicheren Darstellung der Renndaten, Push-Benachrichtigungen und weiteren Informationsmöglichkeiten wurde das digitale Angebot für Teilnehmer und Zuschauer erweitert.
Auch die Weiterentwicklung der Serienstruktur und die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern und Partnern bleiben wichtige Bestandteile, um den Endurosport in Deutschland nachhaltig zu stärken. Die unterschiedlichen Veranstaltungsformate zeigten dabei, dass sowohl klassische Geländefahrten als auch Sprint-Enduro-Wettbewerbe ihren festen Platz im Kalender haben und unterschiedliche sportliche Anforderungen bieten.
Gemeinsam für eine erfolgreiche Enduro-Saison
Die Saison 2026 war geprägt von sportlicher Vielfalt, anspruchsvollen Veranstaltungen und zahlreichen Entscheidungen, die teilweise erst am letzten Renntag fielen. Die Deutsche Enduro Meisterschaft bot hochklassigen Sport an unterschiedlichen Standorten, während der Deutsche Enduro Cup und der Deutsche Enduro Pokal eine wichtige Plattform für ambitionierte Teilnehmer, Nachwuchstalente und erfahrene Endurosportler darstellten.
Besonders erfreulich war die Breite des sportlichen Geschehens. Neben etablierten Namen konnten sich auch jüngere Teilnehmer in Szene setzen und mit ihren Meisterschaftserfolgen auf sich aufmerksam machen. Die unterschiedlichen Rennformate und Streckenbedingungen sorgten dafür, dass Vielseitigkeit, Ausdauer und Konstanz über die gesamte Saison hinweg entscheidende Faktoren waren.
Ein wesentlicher Bestandteil einer solchen Meisterschaft sind jedoch nicht nur die sportlichen Leistungen. Hinter jeder Veranstaltung stehen Vereine, ehrenamtliche Helfer, Sportwarte und zahlreiche Unterstützer, die mit großem persönlichen Einsatz die Durchführung ermöglichen. Die Organisation einer Enduro-Veranstaltung erfordert viel Vorbereitung, Engagement und Zusammenarbeit. Dafür gilt allen ausrichtenden Vereinen und ihren Helfern ein ausdrücklicher Dank.
Ebenso gilt die Anerkennung den Teilnehmern, Teams, Partnern und Sponsoren, die den deutschen Endurosport mittragen und weiterentwickeln. Nur durch dieses gemeinsame Engagement können die DEM, der Deutsche Enduro Cup und der Deutsche Enduro Pokal Jahr für Jahr ein attraktives und sportlich anspruchsvolles Programm anbieten.
Herzlichen Glückwunsch an alle Meister und Meisterinnen der Saison 2026! Nach einem ereignisreichen Meisterschaftsjahr richtet sich der Blick nun bereits nach vorn: Die Planungen für 2027 laufen und versprechen erneut eine abwechslungsreiche Saison mit traditionsreichen Austragungsorten und neuen Herausforderungen.




