Die Fränkische Schweiz wird zur letzten Prüfung der Saison - Das DEM-Saisonfinale wartet

Enduro-Tradition in der Fränkischen Schweiz

Der MSC Fränkische Schweiz blickt auf eine lange Motorsportgeschichte zurück. Die Zweiradgruppe des Vereins besteht seit 1958, Geländefahrten werden bereits seit 1962 veranstaltet. 1983 richtete der MSC erstmals eine Deutsche Meisterschaft aus – und stellte mit Alfons Wiemann in der Klasse bis 500 ccm direkt den Deutschen Meister. Wiemann prägte den Verein über mehr als 35 Jahre als aktiver Teilnehmer. Auch Herbert Baume, der 35 Jahre als Fahrtleiter tätig war, und Andreas Kraus, der diese Aufgabe über 20 Jahre ausübte, stehen für die lange Enduro-Tradition in Streitberg.

Heute zählt der MSC Fränkische Schweiz rund 700 Mitglieder und ist in zahlreichen Motorsportdisziplinen aktiv. Neben den Deutschen Enduro Meisterschaften gehören unter anderem Deutsche Trialmeisterschaften, Clubtrials, der Enduro Jugend Cup, Stoppelcross und Fahrrad-Trial zum Veranstaltungsprogramm.

Die Region bietet beste Voraussetzungen für eine Geländefahrt. Mit ihren Tälern, Flüssen und abwechslungsreichen Landschaftsformen ist die Fränkische Schweiz wie geschaffen für den Endurosport. Dass die Veranstaltung nur alle zwei Jahre in Streitberg stattfindet, macht die Rückkehr umso besonderer.

Rund 350 Helfer im Einsatz

Die Vorbereitungen für das Saisonfinale laufen bereits seit November 2025. Rund 30 Mitglieder arbeiten im Organisationsteam unter der Leitung von Andreas Kraus und Michael Knauer. An der Strecke werden etwa 350 Helfer im Einsatz sein. Neben den Mitgliedern des MSC unterstützen auch Feuerwehr, Rettungsdienste, Bergwacht und Polizei die Veranstaltung. Die letzten Arbeiten laufen, einzelne Streckenabschnitte sind bereits aufgebaut und werden am Freitag miteinander verbunden.

Die Organisation einer Geländefahrt dieser Größenordnung ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Allein für die Streckenführung müssen rund 250 Grundstückseigentümer und Pächter ihre Zustimmung geben. Hinzu kommen zahlreiche organisatorische Aufgaben, die weit über den eigentlichen Renntag hinausgehen.

Dass die Veranstaltung dennoch realisiert werden kann, liegt am großen Rückhalt in der Region. Rund 150 Werbepartner, vier Gemeinden, das Landratsamt Forchheim und die Polizei Ebermannstadt unterstützen den MSC. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung durch Marco Trautner, Bürgermeister der Gemeinde Wiesenttal, der selbst Motorrad fährt und dem Verein mit vielfältiger Hilfe zur Seite steht.

Ein besonderer Dank gilt Fahrtleiter Andreas Kraus, der neben der Streckenplanung und dem Aufbau auch die Materialausgabe organisiert, Werbepartner betreut und das Programmheft gestaltet. Sein Einsatz steht stellvertretend für das große Engagement, das hinter einer solchen Veranstaltung steckt.

68 Kilometer und drei Sonderprüfungen

Sportlich erwartet die Teilnehmer ein rund 68 Kilometer langer Rundkurs, der sich weitgehend an der Streckenführung von 2024 orientiert. Die DEM & DEC-Klassen absolvieren drei Runden, für Senioren und Damen sind zwei Runden vorgesehen. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage dürfte der Boden griffig sein. Die zahlreichen Auf- und Abfahrten werden den Teilnehmern dennoch einiges abverlangen.

Drei Sonderprüfungen bilden die sportlichen Höhepunkte des Tages:

  • SP I – Endurotest oberhalb von Streitberg: Ein Wiesen- und Ackerkurs mit steinigen Auffahrten im Wald.

  • SP II – Motocross-Test in Seelig: Ein Wiesen- und Ackerkurs mit integrierter Motocross-Strecke.

  • SP III – Endurotest Siegritz: Ein Kurs über ein Maisfeld mit Waldanteil, der zuletzt 2018 gefahren wurde.

Vor allem die dritte Sonderprüfung bringt Abwechslung ins Programm. Ebenfalls neu ist die Auffahrt Bezold Canyon kurz vor der zweiten Sonderprüfung. Parkmöglichkeiten in diesem Bereich sind ausgeschildert.

Besonders anspruchsvoll dürften die Streckenabschnitte IP 4 und IP 5 rund um Rauenberg und Draisendorf werden. Dort warten ein steiniger Graben, eine lange, ausgefahrene Auffahrt und zahlreiche felsige Abfahrten. Auch der Märchenwald bei IP 2, die Auffahrt Veilbronn bei IP 6 und „Rudis Dinner“ bei Leidingshof zählen zu den selektiven Passagen der Strecke.

Attraktive Zuschauerpunkte entlang der Runde

Auch für die Zuschauer bietet der Saisonabschluss zahlreiche Möglichkeiten, das Renngeschehen hautnah zu verfolgen. Besonders empfehlenswert ist die erste Sonderprüfung oberhalb von Streitberg. Direkt daneben befindet sich die Auffahrt Schauertal, sodass sich beide Streckenabschnitte gut miteinander verbinden lassen. Parkmöglichkeiten stehen unmittelbar an der Sonderprüfung zur Verfügung.

Die genaue Lage sämtlicher Interessenpunkte und Sonderprüfungen ist im Streckenplan des Programmhefts eingezeichnet. Dieses ist am Bürgerhaus sowie an den Sonderprüfungen und Interessenpunkte erhältlich. Zuschauer sollten die ausgewiesenen Bereiche nutzen und die Hinweise der Streckenposten beachten.

Das Veranstaltungszentrum befindet sich am Bürgerhaus in Streitberg. Dort sind Start, Ziel und Parc Fermé untergebracht. Die Fahrerlagerflächen sind ausgeschildert und befinden sich im Bereich Schwimmbad beziehungsweise Bahnhof Streitberg. Für Verpflegung ist sowohl am Bürgerhaus als auch an den Sonderprüfungen gesorgt.

Die Wetterprognose für das Wochenende ist wechselhaft. Sollte es erneut regnen, könnten die Bedingungen auf dem anspruchsvollen Rundkurs zusätzlich erschwert werden. Für Senioren und Damen sind an einigen Stellen Umleitungen vorgesehen.

Spannung bis zum Saisonende

Mit dem letzten DEM-Lauf des Jahres stehen noch wichtige Entscheidungen an. Im Championat kämpfen Jeremy Sydow und Luca Fischeder um den Gesamtsieg, während auch in den übrigen noch offenen Klassen die endgültigen Platzierungen feststehen werden. Darüber hinaus stehen die nordbayerischen Teilnehmer beim Heimspiel des MSC besonders im Fokus. Mit Yannik Spachmüller, Philipp Müller, Max Müller und Max Stradtner haben die regionalen Endurofans gleich mehrere Teilnehmer, denen sie vor heimischem Publikum die Daumen drücken können.

Fränkische Gastlichkeit zum Saisonabschluss

Neben dem sportlichen Geschehen darf auch die fränkische Gastlichkeit nicht zu kurz kommen. Am Samstagabend bietet sich in den Ortschaften rund um Streitberg die Gelegenheit, die regionale Küche kennenzulernen – beispielsweise mit einem traditionellen fränkischen Schäufele und Kloß.

Für den MSC Fränkische Schweiz ist die Veranstaltung weit mehr als ein einzelnes Rennen. Die gesamte Region steht hinter dem Saisonfinale, das für den Verein und die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer einen besonderen Stellenwert hat.

Nach monatelanger Vorbereitung ist alles angerichtet für den Saisonabschluss in der Fränkischen Schweiz. Der MSC Fränkische Schweiz freut sich auf die Teilnehmer der DEM und des DEC sowie auf zahlreiche Zuschauer entlang der Strecke. Der Wunsch der Organisatoren: eine unfallfreie Veranstaltung, zufriedene Teilnehmer und möglichst gute Bedingungen für ein gelungenes Enduro-Wochenende in Streitberg.

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