Jeremy Sydow dominiert trotz Verletzungspause – packende Duelle und perfekte Bedingungen beim Sprint-Enduro in Sachsen

Die Mannschaft des SHC Meltewitz ließ sich davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen. Wochenlang wurde vorbereitet, gebaut und optimiert – und pünktlich zum Wochenende präsentierte der Verein eine kleine, aber extrem hochwertige Sprint-Enduro-Runde mit zwei anspruchsvollen Sonderprüfungen für rund 200 Fahrer. Am Freitag meinte es der Wettergott dann plötzlich doch noch gut mit den Organisatoren. Trockene Bedingungen und leichter Wind sorgten dafür, dass die Strecke erstaunlich schnell abtrocknete. Zwar warteten am Morgen noch einige Pfützen auf Fahrer, doch insgesamt präsentierten sich die Bedingungen nahezu perfekt.
Der Regen der Vortage hatte dem Boden genau die richtige Portion Feuchtigkeit gegeben: viel Traktion, kein Staub und trotzdem technisch anspruchsvoll – typisch Meltewitz eben. Besonders die vielen Wurzeln, steinigen Auffahrten und felsigen Passagen verlangten den Fahrern höchste Konzentration ab. Die Runde selbst hatte eine Fahrzeit von rund 35 Minuten inklusive der beiden Sonderprüfungen. Herzstück der Veranstaltung war erneut der bekannte Enduro-Test auf dem SHC-Gelände, den viele Fahrer bereits aus den vergangenen Jahren oder den Veranstaltungen rund um Dahlen kannten. Für dieses DEM-Wochenende wurde der Test nochmals angepasst und optimiert – und selten hörte man im Fahrerlager so viel positives Feedback zu einer Prüfung wie an diesem Wochenende. Technik, Geschwindigkeit, flüssige Passagen und anspruchsvolle Sektionen harmonierten perfekt miteinander.
Mit einer Fahrzeit von etwas mehr als fünf Minuten bot der Enduro-Test genau das, was modernes Sprint-Enduro ausmacht. Als Gegenstück wartete direkt am Fahrerlager ein kürzerer, aber technisch extrem anspruchsvoller Test. Besonders im hinteren Bereich erinnerte der steinige Untergrund viele Fahrer an klassische spanische WM-Prüfungen.
Pünktlich um 8 Uhr startete zuerst der Deutsche Enduro Cup in den Renntag. Die Fahrer mussten insgesamt fünf Runden absolvieren. Auffällig war dabei, dass auch zahlreiche bekannte Gesichter aus anderen Klassen den Weg nach Meltewitz gefunden hatten. Obwohl es für Senioren oder Damen keine eigene Wertung gab, nutzten viele Fahrer die Veranstaltung als perfekte Trainingsmöglichkeit und für wichtige Rennkilometer.

Janik Koßack gewinnt spannenden Schlagabtausch!

Im Deutschen Enduro Cup entwickelte sich über den gesamten Tag hinweg ein spannender Kampf an der Spitze. Am Ende setzte sich Janik durch. Der Beta-Pilot zeigte eine beeindruckende Leistung und steigerte sich von Runde zu Runde. Mit einem breiten Grinsen rollte er nach fünf absolvierten Runden ins Parc Fermé und durfte den Tagessieg feiern.
Geschenkt wurde ihm dieser Erfolg allerdings keineswegs. Jonathan Peter machte über den gesamten Tag enorm Druck und lieferte sich mit Koßack einen packenden Zweikampf um die Spitze. Beide Fahrer wurden auf den Sonderprüfungen immer schneller und drückten die Zeiten Runde für Runde weiter nach unten. Genau solche engen Duelle machen Sprint-Enduro aus – intensiv, direkt und bis zur letzten Prüfung offen. Den dritten Platz sicherte sich der junge Paul Hempel. Nach einem etwas schwierigeren Start in den Tag fand er immer besser in den Rhythmus und steigerte sich kontinuierlich. Am Ende durfte er sich nicht nur über Rang drei im Gesamtklassement freuen, sondern gleichzeitig auch über den Sieg in der Klasse E3B.

Jeremy Sydow fährt erneut in eigener Liga!

Nach der Mittagspause stand die Deutsche Enduro Meisterschaft im Fokus. Die große Frage vor dem Rennen lautete: Wie fit ist Jeremy Sydow ? Der Triumph-Pilot hatte sich vor dem ersten WM-Lauf bei einem Trainingssturz den Mittelfuß gebrochen und musste anschließend pausieren. Erst zum zweiten WM-Lauf in Spanien kehrte er zurück – und auch in Meltewitz stand er wieder am Start. Trotz der Verletzung war schnell klar: Jeremy Sydow bleibt aktuell das Maß der Dinge im deutschen Enduro-Sport.
Zu Beginn des Tages tat sich der Fahrer vom Offroadshop Kölbach Racing Team noch etwas schwer. Besonders in der ersten Runde kämpfte Sydow sichtbar mit Arm Pump. Doch mit jeder Runde wurde der Triumph-Pilot stärker und fand immer besser in seinen Flow. Die Folge: Bestzeit um Bestzeit in den Sonderprüfungen.
Sein härtester Konkurrent Luca Fischeder konnte das Tempo zunächst noch mitgehen und sogar einzelne Prüfungen für sich entscheiden. Doch auch Fischeder bekam im Laufe des Tages Probleme mit Arm Pump. Zusätzlich verbog sich in einem Enduro-Test seine Bremsscheibe, wodurch er eine komplette Prüfung nahezu ohne Hinterradbremse absolvieren musste. Danach war der Rhythmus verloren. Zwei unnötige Stürze in der letzten Runde kosteten zusätzlich Zeit.
Trotzdem brachte Luca Rang zwei souverän nach Hause. Für den zweiten Renntag dürfte klar sein, woran gearbeitet werden muss: weniger Fehler und den Rückstand auf Sydow verkleinern. Doch am Samstag führte erneut kein Weg an Jeremy Sydow vorbei. Mit über 42 Sekunden Vorsprung nach insgesamt elf Sonderprüfungen feierte er nicht nur den Sieg in seiner Klasse, sondern auch den Gesamtsieg des
Tages. Die aktuelle Form des Triumph-Piloten ist beeindruckend – und auch in Meltewitz wirkte es zeitweise so, als würde Sydow momentan in seiner eigenen Liga fahren.
Den dritten Platz sicherte sich wie bereits beim Saisonauftakt Matyas Chlum. Der Tscheche tat sich zunächst ebenfalls schwer mit den Bedingungen, arbeitete sich im Laufe des Tages aber immer besser in die Strecke hinein. Trotz eines Sturzes, bei dem glücklicherweise nichts passierte, durfte er sich am Abend erneut über einen Podestplatz freuen.
Damit ist der erste Renntag in Meltewitz Geschichte – und der Sprint-Enduro-Klassiker hat bereits am Samstag geliefert. Anspruchsvolle Prüfungen, enge Zweikämpfe, perfekte Bodenbedingungen und starke Leistungen sorgten für beste Werbung für den deutschen Enduro-Sport.

Der Wetterbericht verspricht für Sonntag sogar noch bessere Bedingungen. Zwar hat die Strecke bereits ordentlich gelitten, doch genau das dürfte den zweiten Renntag noch einmal spannender machen.

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