Luca schlägt ein neues Kapitel auf – und kehrt dabei zu seinen Wurzeln zurück. Im exklusiven Interview spricht Luca Fischeder erstmals über seinen Wechsel „zurück auf Blau“, warum sich das Motorrad für ihn sofort wieder heimisch anfühlte und mit welchen Ambitionen er in die Saison 2026 startet. Zudem gibt der Titelträger Einblicke in seine Vorbereitung, die Zusammenarbeit mit dem Team rund um Markus Kehr sowie seine nationalen und internationalen Ziele.
Zuallererst: Wie geht es dir aktuell?
Mir geht es gut. Ich bin gut über den Winter gekommen. Ich war zwar nicht extrem viel auf dem Motorrad, habe mich dafür aber neben dem Bike fit gehalten. Inzwischen bin ich wieder ins Motorradtraining eingestiegen und freue mich richtig, dass es jetzt wieder losgeht.
Blicken wir auf das Saisonfinale 2025 zurück. Durch den technischen Ausfall von Jeremy war der Weg zum Meistertitel plötzlich frei. Wann hast du davon erfahren – und was ging dir dabei durch den Kopf?
Ich habe das eigentlich mitten im Rennen mitbekommen. In einer Sonderprüfung habe ich Jeremy stehen sehen und dachte zunächst, er wäre gestürzt. Erst danach habe ich erfahren, dass es ein technischer Defekt war. Er konnte zunächst noch weiterfahren und ist erst im nächsten Test wirklich ausgefallen.
Richtig realisiert habe ich es aber erst ganz am Ende, als ich mein eigenes Rennen sauber zu Ende gefahren hatte. Danach wurde mir gesagt, dass ich Deutscher Meister bin. Das war erstmal ein totaler Flash, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Es hat etwas gedauert, bis ich mich wirklich darüber freuen konnte, aber ich bin natürlich sehr stolz auf den Titel. Ich habe über die gesamte Saison mein Bestes gegeben.
Nach der letzten Prüfung waren es nur noch wenige Meter bis ins Fahrerlager. Ab wann konntest du deinen Erfolg wirklich greifen?
Eigentlich erst nach dem letzten Test. Vorher war ich komplett im Rennmodus und habe mich nur darauf konzentriert, mein Rennen sauber zu Ende zu fahren. Danach ist langsam angekommen, was da gerade passiert ist.
Wurde der Titel anschließend gebührend gefeiert?
Ja, auf jeden Fall. Es wurde gefeiert – eigentlich die ganze Saison über. Es war einfach eine richtig coole Saison, vor allem auch mit meinem Team. Der Abschluss war dann nochmal etwas ganz Besonderes.
Aktuell sind viele deutsche Fahrer beim SuperEnduro am Start. Juckt es da nicht auch bei dir in den Fingern, dich dort – besonders in Riesa – wieder zu messen?
Doch, auf jeden Fall. Ich war ja schon einmal in Riesa am Start, relativ am Anfang meiner Karriere, ich glaube 2019. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, dort wieder zu fahren oder vielleicht auch das erste Rennen in Polen mitzunehmen.
Dieses Jahr hat es durch meinen Wechsel und fehlendes spezielles Training einfach nicht gepasst. Aber fürs nächste Jahr kann ich mir das sehr gut vorstellen – mit einer guten Vorbereitung wäre das eine spannende neue Herausforderung.
In knapp acht Wochen startet die neue Saison. Auf Instagram gibt es bereits Einblicke in deine Vorbereitung. Wie läuft es aktuell?
Im Moment habe ich mich vor allem fitnessmäßig intensiv vorbereitet und bin jetzt wieder voll ins Motorradtraining eingestiegen. Das werde ich demnächst auch in Italien fortführen – allein schon wegen der besseren Wetterbedingungen. Dort kann ich mit anderen Fahrern deutlich konstanter und intensiver trainieren als aktuell noch in Deutschland.
Auf den aktuellen Bildern ist bereits einiges zu erkennen. Möchtest du uns etwas mitteilen?
Ja, vor Kurzem hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, wieder „auf Blau“ zu wechseln – also dorthin zurückzugehen, wo ich herkomme. Ich habe ein Angebot bekommen, sowohl für Deutschland als auch für die komplette Weltmeisterschaft an den Start zu gehen. Das Motorrad fühlt sich für mich sehr heimisch an, ich habe mich früher schon extrem wohl darauf gefühlt. Deshalb musste ich nicht lange überlegen und habe das Angebot sehr gerne angenommen.
Der Wechsel kam für viele überraschend. Wie kam es dazu und wie sehen eure gemeinsamen Pläne für die kommende Saison aus?
Ich habe eine Anfrage von Markus bekommen, der mich dann an das WM-Team weitervermittelt hat, mit dem ich die komplette Weltmeisterschaft fahren kann. Meine Ziele sind klar: Ich möchte meine Klasse erneut gewinnen und mein Bestes geben, um so weit wie möglich nach vorne zu fahren. Natürlich würde ich auch gerne öfter ganz oben in der Championatswertung stehen. Mal schauen, ob mir das in diesem Jahr häufiger gelingt. International möchte ich meine Ergebnisse weiter steigern – wir geben alle unser Bestes, und dann schauen wir, was am Ende dabei herauskommt.
Du kennst das Team rund um Markus Kehr bereits gut. Was schätzt du an der Zusammenarbeit besonders?
Ganz klar die Professionalität. Das beginnt bei der Motorradvorbereitung und setzt sich im Training fort. Das Training mit Markus hat mir früher schon extrem geholfen, gute Leistungen zu erzielen.
Für mich ist das eines der professionellsten Teams in Deutschland. Man bekommt eine super Rundumbetreuung – sowohl im Training als auch rund um die Rennen.
Der Saisonauftakt in Dahlen steht an – deine Heimveranstaltung. Was möchtest du deinen Fans mit auf den Weg geben?
Ich freue mich riesig auf Dahlen. Ich hoffe auf viele Fans und Zuschauer, die mich dort unterstützen. In acht Wochen geht es endlich los – ich freue mich darauf, alle beim Saisonstart zu sehen.







