Dahlen 2022

DEM Dahlen 2022 – Luca Fischeder rockt "Rund um Dahlen"…

…und holt seinen ersten Championatssieg! Der zweite Lauf zur Int. Deutschen Enduro Meisterschaft war ein wahres Fest! Viele Zuschauer, tolle Stimmung und Sonne satt bildeten die perfekten Rahmenbedingungen zu großartigem Endurosport, den die Aktiven bei der 26. Auflage der ADAC-Geländefahrt „Rund um Dahlen“ boten. Trotz der zuletzt vorrangig trockenen Witterungsbedingungen bot die Dahlener Heide dennoch genügend feuchte Stellen, so dass die Fans an den zahlreichen Schlammlöchern wieder prächtig unterhalten wurden. Natürlich war auch die Wasserdurchfahrt durch das Flüsschen Dahle im Programm – ein kleiner, nur wenige Meter langer Streckenabschnitt, der aber im Rahmen der DEM als ein absolutes Alleinstellungsmerkmal gilt. Richtig zur Sache ging es aber in erster Linie natürlich auf den zwei Sonderprüfungen am Dahlener Burgberg und im Steinbruch Meltewitz. Hier wurden die Zeiten markiert, welche letztlich über Sieg und Niederlage entschieden!

Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (Championat)
Am besten in den Tag kam zweifellos Luca Fischeder, der frenetisch von den Fans angefeuert wurde. Kein Wunder, denn der 23-Jährige startet für den gastgebenden MSC Dahlen e.V. im ADAC. In den ersten beiden Runden gingen sämtliche Bestzeiten auf das Konto des Sherco-Fahrers. Erst im dritten Cross-Test konnte ihm Filip Bengtsson knappe zwei Sekunden abnehmen. Im folgenden Test in Meltewitz, für den wieder der dort ansässige SHC Meltewitz e.V. im ADAC verantwortlich war, folgte jedoch auf höchst eindrucksvolle Art der Konter von Luca Fischeder! In der letzten Runde ließ er dann nichts mehr anbrennen und brachte seinen ersten Championatssieg mit 36,64 Sekunden Vorsprung sicher ins Ziel!

„Es ist unbeschreiblich, ein fantastischer Tag“, sprudelt es aus dem Gesamtsieger nur so heraus. „Ich konnte meine Linien fahren, die ich mir vorgenommen hatte. Keine Ausrutscher, keine Stürze“, berichtet der Mann des Tages, während ihm schon der Nächste anerkennend auf die Schulter klopft. „Es ist einfach nur super, mein erster Championatssieg und das bei meinem Heimrennen. Die Stimmung war unglaublich, die vielen Fans in den Sonderprüfungen haben mich zusätzlich angespornt und gepusht. Ich bin einfach nur absolut happy!“

Rang zwei ging an Filip Bengtsson, dem Sieger vom DEM-Auftakt in Tucheim. „Luca war heute ein kleines bisschen schneller“, zollt der Schwede dem Tagessieger seine Anerkennung. Das Podium komplettierte Krystof Kouble aus Tschechien, der mit der Bestzeit im allerletzten Test noch einmal ein dickes Ausrufezeichen setzen konnte und bis auf knappe sechs Sekunden an Filip Bengtsson heran kam!

Um den undankbaren vierten Platz entbrannte ein noch engerer Sekunden-Krimi, der tatsächlich erst auf den allerletzten Metern entschieden wurde. „Es war am Ende nur noch ein Kampf, das Motorrad festzuhalten“, gesteht Chris Gundermann, der dennoch das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Eineinhalb Sekunden Vorsprung waren es letztlich auf den fünftplatzierten Edward Hübner, der seinerseits zwei Sekunden schneller war, als der Schwede Casper Lindholm.

DEM - Klasse E1
Fast wäre es ein Start-Ziel-Sieg für Edward Hübner geworden. Doch gleich in der ersten Prüfung fuhr er auf einen langsameren Fahrer auf, den er überholen musste. „Das hat mich die halbe Sekunde gekostet, die am Ende fehlte“, so der KTM-Fahrer, der sich damit zunächst hinter Yanik Spachmüller einreihen musste. Doch dann zündete der fünffache Deutsche Enduro Meister den Turbo, gewann alle anderen sieben Sonderprüfungen und siegte mit fast 40 Sekunden Vorsprung. „Ich bin zufrieden. Es lief deutlich besser, als gedacht“, so Eddi, der sich noch immer mit seiner, in Tucheim stark geprellten Schulter herumplagt. „Ich konnte nur ganz minimalistisch trainieren, von daher waren meine Erwartungen nicht allzu hoch. Jetzt hier, vor den vielen Zuschauern zu gewinnen ist natürlich toll. Und für die Meisterschaft sowieso, da ist jetzt richtig Feuer drin!“

Dort liegt weiterhin Yanik Spachmüller vorn, der mit einem zweiten Platz seine Führung verteidigt. „Der Start war gut. Dann habe ich mich allerdings etwas schwer getan und bin bis auf den dritten Platz zurückgefallen. Gegen Ende lief es wieder besser und ich konnte noch eine Position gut machen. Von daher bin ich mit dem Ausgang recht zufrieden“, bilanziert der GasGas-Fahrer, der damit, wie schon in Tucheim, Andreas Beier auf den letzten Metern nach abfangen konnte.

Dieser war entsprechend enttäuscht, zumal es zwischenzeitlich richtig gut lief. „Doch ab der dritten Runde ging nicht mehr viel. In der letzten war die Kraft dann komplett weg, so dass ich sogar in der finalen Prüfung noch gestürzt bin. Doch auch ohne diesen Ausrutscher, hätte es am Ergebnis nichts geändert. Schade“, zuckt der KTM-Fahrer etwas niedergeschlagen mit den Schultern.

Rang vier belegte Tristan Hanak, der sich gegen Kevin Nieschalk und Junioren-Champion Maximilian Wills durchsetzten konnte.

DEM - Klasse E2
Trotz Sturz im ersten Test ging der Tagessieg an Krystof Kouble, der schon durchblicken ließ, dass es nicht sein letzter Auftritt in der diesjährigen Int. Deutschen Enduro Meisterschaft sein wird. Da der Husqvarna-Fahrer noch keine Championatspunkte auf seinem Konto hatte, musste er folglich von weiter hinten starten, wodurch er in den Sonderprüfungen auf einige langsamere Fahrer auflief. „So musste ich überholen. Das war stressig und hektisch. Einmal ist es schief gegangen und ich bin gestürzt. Dabei habe ich mir auch ein wenig das Motorrad demoliert. Kein Start in den Tag, den man sich wünscht“, so der Klassensieger, der sich aber sonst durchweg begeistert zeigt, „es war ein super Tag, es hat alles sehr viel Spaß gemacht.“

Die Plätze zwei und drei gingen, wie schon in Tucheim, an den Schweden Casper Lindholm auf Husqvarna und an Tilman Krause, der die volle Punktezahl für die E2-Meisterschaftswertung erhielt. Dabei erwischte der KTM-Fahrer nicht unbedingt einen vielversprechenden Start in den Tag. „Gleich im ersten Test habe ich mir durch eine Unachtsamkeit den Kupplungshebel krumm gehauen“, berichtet Tilman, „danach habe ich mich zusammengerissen und voll fokussiert. Die maximale Punktezahl zu holen ist natürlich super, so bin ich in der Meisterschaft aktuell vorn. Einzig, im Championat wäre ich gern weiter vorn gelandet.“

Überaus stark präsentierte sich Philipp Müller, der Paul Roßbach im letzten Test noch ganz knapp von der vierten Position verdrängen konnte. Hinter dem Beta-Duo landete Nick Emmrich auf Rang sechs.

DEM - Klasse E3
Logischerweise stand auch hier Luca Fischeder ganz oben auf dem Treppchen. Daneben Filip Bengtsson auf dem zweiten Platz, der am Morgen mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen hatte und dadurch etwas Zeit verlor. „Ich hatte mit der tief stehenden Sonne so meine Probleme. Vor allem in den Waldpassagen war der Wechsel zwischen Licht und Schatten nicht ganz einfach“, gesteht der Schwede, der mit einem Lachen ergänzt, „es hat aber wirklich großen Spaß gemacht, eine tolle Veranstaltung!“

Rang drei ging an Chris Gundermann, der von seinen ersten zwei Sonderprüfungen schwärmt: „Die waren richtig gut!“ Doch in der zweiten Runde hatte der großgewachsene KTM-Fahrer einen kleinen Durchhänger. „Zum Glück ging es in der dritten Runde dann wieder und gegen Ende wurde es eine echte Herausforderung, halbwegs gut durchzukommen. Das Resultat ist natürlich super, es tut gut, wieder so weit vorn zu stehen“, freut sich Chris, der Florian Görner auf Rang vier verweisen konnte.

„Ohne Druck und Erwartung, dafür mit Spaß an der Sache“, so wollte Robert Riedel sein Comeback nach schwerer Verletzung angehen. Und was letztlich dabei heraus kam, ist aller Ehren wert: Platz fünf für den Deutschen E1-Meister von 2020, der in diesem Jahr auf einer GasGas sitzt!

DEM – Junioren
Bei den Junioren setzte sich erneut Milan Schmüser durch, wenngleich dem ein harter Kampf vorausging. Denn zunächst hatte Leon Thoms die Nase vorn, auch weil Milan insgesamt drei Mal stürzte. „Doch ich habe alles gegeben, um die Zeit wieder aufzuholen. Umso schöner, dass es geklappt hat, denn eigentlich war esvon meiner fahrerischen Leistung kein so guter Tag“, stapelt der Sherco-Fahrer angesichts seines zweiten Saisonsieges doch etwas tief.

Am Ende fehlten Leon Thoms tatsächlich nur knappe vier Sekunden zu seinem ersten Sieg seit seinem Aufstieg aus dem DMSB-Enduro-Cup! Hinter dem KTM-Fahrer belegte mit Robert Friedrich ein weiterer tschechischer Gaststarter Rang drei. Oskar Wolff und Robert Blom komplettierten die Top Fünf.

Das Tagesranking in der Deutschen Enduro-Mannschaftswertung fiel in Dahlen identisch dem des ersten Laufes in Tucheim aus: Das Team ADAC Sachsen 1 mit den Fahrern Edward Hübner, Andreas Beier und Luca Fischeder holte erneut den Sieg, vor der Mannschaft ADAC Niedersachsen / Sachsen-Anhalt (Tristan Hanak, Tilman Krause, Milan Schmüser) und dem Trio ADAC Sachsen 2 (Kevin Nieschalk, Nick Emmrich, Florian Görner). Und auch in der Gesamtwertung im DMSB-Enduro-Cup standen die gleichen Fahrer wie schon beim Saison-Auftakt auf dem Podest. Pascal Sadecki auf Fantic gewann auch den zweiten DEC-Saisonlauf, diesmal aber vor Jeremy Nimmrich und Felix Melnikoff, die ihrerseits die Positionen tauschten.