Rehna 2021

DEM Rehna 2021 – Hamish Macdonald wiederholt Vorjahrestriumph!

„50 Jahre Enduro in Rehna“ - Der gastgebende Verein MC Rehna e.V. im ADAC machte sich mit einer bestens organisierten Geländefahrt wohl selbst das schönste Geschenk zum goldenen Jubiläum. Denn seitens der Fahrer gab es überall nur Lob. Besonders für die Sonderprüfungen wurden Höchstnoten vergeben. „Ich fand beide Prüfungen geil, dass muss einfach mal gesagt werden. Es war alles dabei, schnelle, enge und technische Abschnitte“, sprach Chris Gundermann allen aus der Seele. Vor allem der erste Test mit einer Fahrzeit von zwölf Minuten über Ackerflächen, Wiesen mit hängenden Kurven, durch selektive Waldpassagen und einer Motocross-Strecke mit großen Sprüngen muss den internationalen Vergleich keineswegs scheuen! Auch Sonderprüfung zwei überzeugte mit einem flüssig gesteckten Ackeranteil und technischen Abschnitten in der obligatorischen Obstplantage mit Apfel-, Pflaumen- und Kirschbäumen.

Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (Championat)
Sieben Prüfungen, sieben Bestzeiten! „Not bad“, nicht schlecht, meint Hamish Macdonald mit einem etwas ernsten Gesichtsausdruck, um im selben Atemzug dann doch mit einem breiten Lachen zu verkünden: „Spaß beiseite. Ich bin wirklich sehr glücklich, es war ein rundum perfekter Tag für mich. Alles lief erstklassig.“

Der Neuseeländer, der seine Heimat zum letzten Mal im Frühjahr gesehen hat und seitdem in Europa weilt um die EnduroGP-Weltmeisterschaft und eben die Int. Deutsche Enduro Meisterschaft zu bestreiten, verwies dabei seinen Sherco-Teamkollegen Luca Fischeder und Chris Gundermann auf die Plätze. Für den KTM-Fahrer war es das erste Championatspodium überhaupt! „Das ist natürlich ein Riesenresultat für mich, wenngleich es bis zur letzten Prüfung alles sehr eng war. Aber ich mag das, da baut sich so ein gewisser Druck auf und damit kann ich gut umgehen“, so Chris, der Nervenstärke bewies und Andreas Beier um gerade einmal 1,37 Sekunden auf Platz vier verweisen konnte. „Local-Hero“ Tilman Krause komplettiert nach einer bravourösen Leistung die Top Fünf!

DEM - Klasse E1
Ist Yanik Spachmüller auf dem Weg zu seinem ersten DEM-Titel? Zumindest hat er dafür die Weichen in Rehna mit einem weiteren Sieg maßgeblich gestellt. Zudem sind seine direkten Konkurrenten hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben und haben entscheidende Punkte liegen gelassen. „Vom Resultat her hätte es nicht besser laufen können. Das stimmt“, bestätigt der GasGas-Fahrer, „nur mit meiner fahrerischen Leistung bin ich eher weniger zufrieden. Im Championat hätte es gern noch ein paar Plätze besser sein können. Doch irgendwie war ich am Anfang zu zögerlich. Ich hatte gedacht, die nassen Wiesen wären rutschiger. Dann kam ich jedoch ganz gut rein. Aber so etwa zur Rennmitte war ich mit einem Schlag platt, als hätte mir einer den Stecker gezogen. Wahrscheinlich sind das noch die Nachwehen der zurückliegenden Six Days“, so der E1-Führende abschließend.

Die eigentliche Sensation des Tages gingaber ganz klar auf die Kappe von Arne Domeyer. Aktuell knackige 45 Jahre jung, schockte dieser förmlich die Konkurrenz. Nach der ersten Runde lag er sogar in Führung, am Ende wurde es ein fabelhafter zweiter Platz. „Hätte mir das einer am Morgen gesagt, den hätte ich für verrückt erklärt“, tippt der KTM-Fahrer mit dem Zeigefinger an den Kopf. „Die rutschig, nassen Wiesenkurven in der ersten Sonderprüfung haben mich an meine besten Zeiten und den Zschopauer Skihang erinnert. Allerdings wurde ich gegen Ende des Tages wieder in die Realität zurückgeholt, denn da wurden die Arme dann doch ziemlich lang“, lacht die Frohnatur Arne, der es einfach mag, wenn es schön technisch wird. „Denn da muss man den Kopf einschalten.“

Das Podium wurde von Jörg Haustein komplettiert, der eher einen unspektakulären Tag erlebte. Kevin Nieschalk, in Waldkappel noch der große Überraschungssieger, verschenkte den dritten Platz im letzten Test und wurde Vierter. „An der Motivation hat es nicht gelegen, aber es war eben leider nicht mein Tag.“ Nico Rambow feiert bei seinem Comeback mit Rang fünf einen gelungenen Wiedereinstieg, während sich Robert Riedel mit seinem gerade erst halbwegs auskurierten Mittelfußbruch deutlich schwerer tat. „Das ich hier keine Bäume ausreißen werde, war mir von vornherein klar. Aber ich wollte Spaß haben und das Ziel erreichen, das hat beides geklappt“, so der amtierende E1-Meister.

DEM - Klasse E2
Da Tagessieger Hamish Macdonald keine Meisterschaftspunkte erhält, gingen die 25 Zähler für den Tagessieg auf das Konto von Tilman Krause. „Das erste Mal in meiner Karriere!“, freut sich der KTM-Fahrer, der genauso wie Arne Domeyer seit vielen Jahren für den MC Rehna antritt und folglich von den Zuschauern auch gefeiert wurde  „Das hat mich wirklich sehr gefreut und natürlich auch unheimlich angespornt“, schwärmt der „Local-Hero“, der sich auf der Strecke sichtlich wohl fühlte: „Es war einfach nur perfekt. Die Bodenverhältnisse, die erstklassig präparierte Motocross-Strecke. Wirklich top, es hat riesigen Spaß gemacht.“

Benjamin Meusel konnte erneut sein Potenzial aufblitzen lassen, wenngleich es nicht unbedingt seine Bedingungen waren. „Am Morgen waren die Prüfungen für meinen Geschmack zu glatt und dadurch unberechenbar. Das ist nicht so meins, deswegen war ich zu vorsichtig und habe entsprechend an Zeit eingebüßt. Von daher geht der dritte Platz schon in Ordnung“, so der GasGas-Fahrer, der damit voll drin ist im Meisterschaftskampf.

Völlig unzufrieden hingegen war Edward Hübner als Tagesvierter: „Ich war einfach nur Gast auf meinem Motorrad. Ich konnte einfach kein Gefühl aufbauen. So etwas in derartig krasser Form habe ich noch nie erlebt. Das ist schon sehr enttäuschend“, macht er aus seinem Unmut kein Geheimnis. Dennoch liegt er jetzt in der Meisterschaft an der Spitze, da für den bisherigen Tabellen-Leader Davide von Zitzewitz verletzungsbedingt die Saison vorzeitig endete. Allerdings ist der Vorsprung Edward Hübners hauchdünn. Nur einen, respektive drei Punkte dahinter lauern Tilman Krause und Benjamin Meusel. Das verspricht einen höchstspannenden Meisterschaftskampf bei den noch zu verbleibenden Läufen in Burg und Rüdersdorf zu werden!

DEM - Klasse E3
Dafür scheint es in dieser Kategorie eine klare Angelegenheit zu Gunsten Luca Fischeders zu werden. Erneut ging der Klassensieg an ihn, wodurch er die Meisterschaft  mit maximaler Punktezahl anführt. „Es war ein guter Tag. Mit den Platzierungen bin ich natürlich zufrieden. Mit meiner Leistung hingegen nicht zu einhundert Prozent. Da ist noch Luft nach oben“, meint der Sherco-Fahrer, der nach Waldkappel auf Grund einer stärkeren Erkältung erst einmal eine Auszeit nehmen musste.

Platz zwei ging an den bärenstarken Chris Gundermann, während Andreas Beier knapp geschlagen Dritter wurde. „Es ist noch immer nicht das, was ich mir vorstelle, doch die Tendenz stimmt“, gab sich der KTM-Fahrer zu seiner eigenen Vorstellung eher zurückhaltend, vielmehr sprach der achtfache Deutsche Enduro Meister den Organisatoren seine Anerkennung aus. „Es war eine super Veranstaltung mit richtig schönen Sonderprüfungen auf hohem Niveau.“ Einen persönlichen Erfolg feierte Leonhard von Schell, der im letzten Test Mirko Fabera abfing und mit Platz vier sein bestes DEM-Resultat erzielte.

DEM – Junioren
Maximilian Wills setzt seinen Siegeszug weiter fort. Auch in Rehna war er klar stärkster Junior, was sein neunter Platz im Championat unterstreicht. „Das erste Mal unter den Top Zehn. Ein schöner Beigeschmack zum neuerlichen Sieg“, strahlt der Husqvarna-Fahrer, der sich an diesem Tag nur einen Fehler leistete. „Gleich im ersten Test habe ich bei einem Bergauf-Sprungeinen Schlag auf das Hinterrad bekommen, so dass ich zu sehr in Vorlage geriet, auf dem Vorderrad landete und auf diesem gut noch zehn Meter weiter gefahren bin. Zum Glück ist nichts passiert“, berichtet der Tagessieger, der danach nach eigener Auskunft hellwach war!

Platz zwei ging an Oskar Wolff, der im letzten Test den Rehnaer Nils Teegen noch abfangen konnte. Der Lokalmatador nahm es aber mit Fassung. „Hauptsache Podium“, zeigt sich der KTM-Fahrer sichtlich zufrieden, der in diesem Jahr bis dato noch nicht so recht in Tritt war. Umso schöner, dass nun ausgerechnet bei seinem Heimrennen, der 69. Auflage von „Rund um Rehna“ der Knoten geplatzt ist!