Waldkappel 2021

DEM Waldkappel 2021 – Davide von Zitzewitz holt den Tagessieg!

Der Waldkappeler ADAC Enduro-Fahrt eilt seit jeher, der Ruf einer echten Geländefahrt im klassischen Stil voraus. Und diesem wurde der ausrichtende MSC Waldkappel-Breitau e.V. im ADAC auch bei der 21. Auflage wieder vollkommen gerecht und das, obwohl nur wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn, in einem Punkt noch einmal komplett umdisponiert werden musste. „Eigentlich wollten wir die Prüfung am Husarenring mit Teilen der Cross-Strecke und den angrenzenden Feldern in gewohntem Umfang fahren. Doch das Getreide ist noch nicht reif, so dass die Ernte verschoben wurde und wir die Ackerflächen nicht nutzen konnten“, erklärt Peter Überschär den Beweggrund, weshalb in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine gänzlich neue Sonderprüfung im gegenüberliegenden, stillgelegten Militär-Areal aus dem Boden gestampft werden musste. Diese hatte mit verschiedenen Passagen, um und einmal durch die alten Gebäude, vereinzelten Betonkanten, kleineren Waldabschnitten und einem abschließenden großen Stoppelacker-Anteil einiges zu bieten. Genauso wie die Etappe, die um ein paar Highlights reicher war, als die Jahre zuvor. Einzig der Wettergott meinte es, mit dem oft gepriesenen Anspruch durch Regen, dann doch etwas zu gut. Sintflutartige Regengüsse ließen zu Beginn der dritten Runde die komplette Strecke im Schlamm versinken, so dass es zum vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung kam. Die sechste von insgesamt sieben Sonderprüfungen nahmen die DEM-Fahrer zwar noch unter die Räder, allerdings wurde diese nachträglich wegen irregulärer Bedingungen annulliert. Ein unglückliches Ende einer sonst tollen Geländefahrt!

Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (Championat)
Doch das war für den Tagesieger zweitrangig. Der war einfach nur happy, gewonnen zu haben. „Mein fünfter Championatssieg und das bei einer meiner Lieblingsveranstaltungen“, zeigt sich Davide von Zitzewitz hocherfreut, der sich mit Hamish Macdonald von Beginn an ein enges Duell lieferte. „Schon in der ersten Runde war ich mit Hamish auf Augenhöhe, obwohl ich gefühlt noch etwas Luft nach oben hatte. In der zweiten Runde habe ich attackiert und konnte in der ersten Prüfung die Bestzeit fahren. So habe ich mir gedacht, in der nächsten Prüfung gehe ich dann 'all in'“, berichtet der KTM-Fahrer über seinen Plan, der voll und ganz aufging. „Dort war ich wieder am schnellsten, während Hamish durch einen Sturz zusätzlich Zeit einbüßte. Zwar konnte er im ersten Test der dritten Runde wieder kontern und ein paar Sekunden gut machen, aber dann war das Rennen ja plötzlich vorbei.“

Diesen Umstand konnte Hamish Macdonald nicht so recht nachvollziehen. „Es war ein komisches Ende der Veranstaltung. Ich bin enttäuscht, dass das Rennen vorzeitig abgebrochen wurde. Nachdem ich in den ersten beiden Runden einfach etwas zu langsam war und auch noch zwei Stürze hatte, wollte ich in den verbliebenen Prüfungen noch einmal voll angreifen. Der Regen und der Schlamm störten mich keineswegs, ich liebe solche Bedingungen und komme damit sehr gut klar. Von daher wäre ich gern weiter gefahren“, so der Sherco-Fahrer, der sich das erste Mal überhaupt, seit er die DEM-Bühne im letzten Jahr betreten hat, mit einem zweiten Rang begnügen musste!

Tagesdritter wurde Luca Fischeder, der sich angesichts seines Resultats zufrieden zeigte. „Ich habe probiert, gut in Fluss zu kommen und immer eine saubere Linie zu fahren. Ehrlicherweise sind solche Tests auf abgeernteten Getreidefeldern nicht unbedingt meine Welt“, gesteht der Sherco-Fahrer, der aber auch Passagen hatte, die ihm viel Spaß bereiteten. „Den Abschnitt im Kasernengelände fand ich richtig gut. Auch die Runde war schön lang und hatte einige tolle Highlights zu bieten.“

Hinter dem famosen Trio, das schon die Championats-Podestplätze in Meltewitz unter sich ausmachte, belegte Andreas Beier Rang vier. Damit zeigte der KTM-Fahrer einen deutlichen Aufwärtstrend gegenüber dem Saison-Einstand und verwies Chris Gundermann knapp auf den fünften Rang.

DEM - Klasse E1
Auf dem obersten Treppchen stand diesmal ein neues Gesicht. Kevin Nieschalk, im letzten Jahr noch bei den Junioren unterwegs, erwischte einen nahezu perfekten Tag. „Ich habe mich von Beginn an richtig wohl gefühlt. Manchmal lasse ich in den ersten Tests immer etwas Zeit liegen. Das war dieses Mal aber nicht der Fall. Nur einmal ist mir das Vorderrad weggerutscht, was mich aber nur kurz etwas nervös machte. Danach fand ich wieder gut meinen Rhythmus“, bilanziert der Klassen-Neuling, der sich superglücklich über seinen Sieg zeigte.

Yanik Spachmüller lieferte mit Rang zwei eine erneut starke Leistung ab. „Ich habe zu Beginn etwas gezögert, da ich gedacht habe, dass morgens die Ackerpassagen etwas rutschiger wären. Ab der zweiten Runde lief es dann besser und ich konnte Zeit gut machen“, berichtet der GasGas-Fahrer, der nach der Schlamm-Prüfung sogar an der Spitze lag. „Das diese nachträglich annulliert wurde, ist natürlich schade. Aber ich kann damit leben. In der Klasse habe ich zwar einen Platz verloren, dafür im Championat einen gewonnen“, nahm der E1-Tabellenführende die ganze Sache doch gelassen.

Dritter wurde Jörg Haustein, für den nach fast zwei Jahren endlich wieder ein Podiumsplatz heraussprang. Platz vier ging an Florian Görner, der mit sich deutlich haderte. „Ich bin überhaupt nicht klar gekommen“, winkt der KTM-Fahrer nur ab, der sich zudem wieder seine Hand anschlug, gleichzeitig aber Entwarnung geben konnte. „Es ist nichts Ernstes!“ Altmeister Arne Domeyer demonstrierte, dass er auch mit Mitte Vierzig nichts von seinem Können eingebüßt hat. Allerdings unterlief dem langgedienten Enduro-Haudegen ein Fehler, den er selbst nicht für möglich hielt: „Verfahren“, meinte er nur etwas zerknirscht. „Hätte ich mich nicht auf der Etappe verfahren, hätte ich keine Strafminute kassiert und wäre jetzt Dritter. Aber egal. Es hat Spaß gemacht und das ist die Hauptsache!“

DEM - Klasse E2
Hier belegten analog der Championatswertung Davide von Zitzewitz und Hamish Macdonald die Plätze eins und zwei. Dritter wurde Edward Hübner, der am Morgen bereits wertvolle Sekunden einbüßte. „Ich komme in den ersten Tests immer nicht in Schwung. Ich weiß nicht, woran es liegt oder was ich ändern könnte. Dieses Problem schleppe ich nun schon zwei, drei Jahre mit mir herum“, rätselt der KTM-Fahrer, der im weiteren Tagesverlauf immer besser in Fahrt kam und Benjamin Meusel am Ende noch denkbar knapp überholen konnte. Dem GasGas-Fahrer blieb der undankbare vierte Platz, Nick Emmrich wurde Fünfter, Tilman Krause Sechster.

DEM - Klasse E3
Dritter Lauf, dritter Sieg. Luca Fischeder behält auch in Waldkappel seine weiße Weste. Platz zwei ging an Andreas Beier, der nach einem verhaltenen Saison-Auftakt nun wieder in die Erfolgsspur zu finden scheint. „Ganz so ist es noch nicht“, relativiert der mehrfache Deutsche Meister, „aber es geht zumindest in die richtige Richtung. Nach Meltewitz habe ich hart gearbeitet und viel am Motorrad probiert, dass sich die Erfolge wieder einstellen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Der Gesamtsieger der letzten Ausgabe der Waldkappeler ADAC-Enduro-Fahrt verwies damit Chris Gundermann knapp auf Rang drei. „Podium in der Klasse, wieder Top Fünf im Championat, das passt“, nickt der großgewachsene KTM-Fahrer zufrieden. „Ich habe erst gedacht, das Stoppelfeld würde sehr glatt sein. Doch das war nicht der Fall, der Grip war wirklich ausgezeichnet. Es hat einfach nur Spaß gemacht!“

Tim Apolle sah den Lauf mehr oder weniger nur als gute Vorbereitung für die kommenden Six Days. Trotz, dass der Beta-Fahrer seit fast einem Jahr keine Enduro-Veranstaltung im klassischen Modus bestritten hat, wurde er guter Vierter. Rang fünf sicherte sich Leonhard von Schell vor Mirko Fabera.

DEM – Junioren
„Heimrennen gewonnen!“ Die Freude war bei Maximilian Wills riesengroß. Und da dieser nur einen Steinwurf von der Strecke entfernt wohnt, waren natürlich auch Familie, Freunde und Bekannte gekommen, um ihm die Daumen zu drücken. „Ich war wirklich extra nervös“, gesteht der Youngster lachend, „doch zum Glück ist mir nur ein Fehler passiert und der war nicht allzu dramatisch.“

Oskar Wolff musste neidlos die Stärke seines Husqvarna-Teamkollegen anerkennen. „Maxi ist stark gefahren. Egal was ich gemacht habe, er war immer ein Tick schneller. Mein Ziel war der Klassenseig, nun bin ich Zweiter und folglich nicht ganz zufrieden.“ Karl Weigelt sicherte sich als Dritter sein zweites Podium in der laufenden Saison. Dabei musste sich der Sherco-Fahrer gegen einen ganz jungen Fahrer behaupten. Denn Domenik Nieschalk macht in seinem ersten DEM-Jahr eine richtig gute Figur und verpasste den dritten Platz um gerade einmal 1,90 Sekunden „Das ist natürlich schade, so knapp das Podest zu verpassen. Doch den vierten Platz finde ich auch richtig toll, so der jüngere Bruder von E1-Tagessieger Kevin Nieschalk.