Meltewitz 2021

DEM-Auftakt Meltewitz 2021 – Hamish Macdonald nicht zu stoppen!

Satte zwölf Runden am Samstag und noch einmal acht Durchgänge in umgekehrter Fahrtrichtung am Sonntag. Eine kernige Sonderprüfung, die mit Motocross-Abschnitten inklusive weiter Sprünge, technischer Waldpassagen und auch Extrem-Elementen, wie ein Steinfeld, gehörigen Anspruch und Abwechslung bot. Dazu ein starkes Starterfeld, welches Endurosport auf Top-Niveau zeigte. Das waren die Eckpunkte des 1. ADAC Meltewitzer Sprint-Enduro!

Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (Championat)
Der amtierende Meister sein ganzes Können und knüpfte nahtlos dort an, wo er im letzten Jahr aufgehört hatte – mit Siegen am laufenden Band. Am ersten wie auch zweiten Fahrtag war Hamish Macdonald nicht zu stoppen. Bereits am Samstag ging er im ersten von insgesamt zwölf Durchgängen in Führung und baute seinen Vorsprung über die Zeit kontinuierlich aus. „Es war ein guter Tag. Das Resultat stimmt“, gibt er nach der Zielankunft mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu Protokoll und fügte hinzu, „es war ein langer Tag und die größte Herausforderung war dabei, immer voll konzentriert zu bleiben, um die Spuren optimal zu treffen.“ Platz zwei ging an einen sichtlich zufriedenen Luca Fischeder, „ich bin total happy“ und Rang drei an Davide von Zitzewitz, „ich glaube, so viel wie heute habe ich noch nie im Dreck gelegen. Dafür ist das Ergebnis aber richtig gut!“ Äußerst stark präsentierte sich auch Chris Gundermann, der Vierter wurde, während dessen Verfolger Benjamin Meusel, Tilman Krause, Edward Hübner -noch immer etwas gehandicapt durch seine Handverletzung- und Yanik Spachmüller nach 1:16 Stunden Prüfungszeit innerhalb von nur zehn Sekunden lagen!

Am zweiten Tag ein ähnliches Bild: Erneuter Sieg von Hamish Macdonald, vor Luca Fischeder und Davide von Zitzewitz. Auch die Tatsache, dass am zweiten Tag die Etappe, wie auch die Sonderprüfung, in entgegengesetzter Richtung gefahren wurde, ließ den Neuseeländer vollkommen unbeeindruckt. Im Gegenteil: „Mir hat die Streckenführung heute sogar besser gefallen, denn sie war teilweise noch etwas technischer als gestern. Zudem taten sich komplett neue Linien auf und es gab andere Stellen, an denen man so richtig schön pushen konnte. Das hat extrem Spaß gemacht“, so der Sherco-Fahrer, der zu seinem Resultat nur mit einem verschmitzten Lächeln meinte, „Alles gut, Sieg geholt, Mission erfüllt!“ Hinter diesem Trio landete diesmal Edward Hübner auf Rang vier, worüber er sich sehr zufrieden zeigte. Chris Gundermann unterstrich mit Rang fünf erneut sein Können, Yanik Spachmüller wurde Sechster.

DEM - Klasse E1
Der erste Sieg des Jahres ging an Yanik Spachmüller, dem so ein perfekter DEM-Einstand auf GasGas gelang. Trotz Platz eins konnte er sich im Ziel aber nur bedingt freuen, da seine Gedanken schon um den zweiten Fahrtag kreisten. „Klar bin ich super zufrieden“, bestätigt er in seiner gewohnt ruhigen Art, „aber der Tag mit den zwölf Runden war schon ganz schön anstrengend. Durch den harten Boden gab es viele Schläge auf die Arme, so dass ich gegen Ende schon mächtig mit Krämpfen zu tun hatte. Mal sehen was der Sonntag bringt. Es wird definitiv nicht einfacher.

Dahinter landeten die Klassen-Neulinge Florian Görner (aus der E3 gewechselt) und Kevin Nieschalk (von den Junioren aufgestiegen) auf den Rängen zwei und drei, während der amtierende Meister Robert Riedel mit Platz vier deutlich unter Wert geschlagen wurde. „Ich habe seit Mitte letzter Woche Kreislauf-Probleme und fühle mich einfach nicht richtig wohl. Zudem bin ich einmal heftig gestürzt, so dass leider nicht mehr drin war“, so der sichtlich enttäuschte KTM-Fahrer.

Am zweiten Tag gab erneut Yanik Spachmüller den Ton an, der jedoch um ein Haar schon vorzeitig hätte aufgeben müssen. „Gleich in der ersten Runde hatte ich einen schlimmen Sturz, bei dem ich heftig mit dem Kopf aufgeschlagen bin. Da habe ich im ersten Moment schon gedacht, das war´s für heute“, gesteht der GasGas-Fahrer, der dank Schmerztablette durchhielt und seinen Kampfgeist mit einem Top-Resultat belohnte. Robert Riedel verbesserte sich zum Vortag und wurde guter Zweiter. Doch der amtierende Meister zahlte einen hohen Preis. Bei einem Sturz verletzte er sich am Fuß schleppte sich ins Ziel und anschließend noch zur Siegerehrung. Am Abend dann die bittere Diagnose: Mittelfußbruch!

Tagesdritter wurde Florian Görner, der mit seinem Wochenende sehr zufrieden war: „Das hatte ich nicht erwartet, da ich seit April kaum auf dem Motorrad gesessen habe.“ Schuld daran war ein Kahnbeinbruch, der elf Wochen ausheilen musste und den sich der KTM-Fahrer beim Trainingseinstieg wieder anschlug, was eine erneute 14-tägige Zwangspause nach sich zog. Platz vier ging an Jörg Haustein, Fünfter wurde Kevin Nieschalk.

DEM - Klasse E2
Logischerweise stand auch hier Hamish Macdonald auf dem obersten Treppchen. Da der Neuseeländer jedoch nicht im Besitz einer DMSB-Lizenz ist, erhält er folglich auch keine Zähler für die E2-Meisterschaft. Somit kassiert Titelverteidiger Davide von Zitzewitz als Tageszweiter die Maximalpunktzahl, wenngleich er einen etwas schwierigen Saison-Start durchlebte. „Ich glaube, heute habe ich so viel im Dreck gelegen wie noch nie. Wenn ich ohne Fehler durch den Test kam, waren meine Zeiten wirklich okay. Doch das gelang mir leider in zu wenigen Runden. Das muss morgen besser werden“, zeigt sich der ehrgeizige KTM-Fahrer gewohnt kämpferisch.

Benjamin Meusel präsentiert sich von Mal zu Mal stärker. Der letztjährige E3-Gesamtsdritte mausert sich zu einer festen Größe in der DEM, was Rang drei in der Klassenwertung und Platz fünf im Championat am Samstag eindrucksvoll beweisen. „Es waren aber auch meine Bedingungen. Der extrem harte Boden und die Motocross-artigen Streckenabschnitte in der Sonderprüfung taugen mir einfach. Auch die technischen Passagen, wenngleich es mir zwischen den Bäumen schon fast ein wenig zu eng war“, so der GasGas-Fahrer, der Tilman Krause mit acht Zehntelsekunden denkbar knapp hinter sich halten konnte. Der KTM-Fahrer meint dazu: „Ich hatte zwischendurch ein kleines Loch, doch nach hinten raus habe ich noch einmal alles gegeben. Schade, dass ich so knapp das Podium verpasst habe“. Markenkollege Edward Hübner schloss, trotz der gerade erst auskurierten Handfraktur, den Tag auf einem soliden fünften Platz ab: „Es war okay. Leider fehlt mir noch ein wenig die Kraft, um das letzte Quäntchen zu setzen. Aber ich bin auf einem guten Weg.“

Doch schon am Folgetag ging es für den Routinier weiter nach vorn. Hinter Tagessieger Hamish Macdonald und Davide von Zitzewitz, der sich freute, an diesem Tag kein einziges Mal gestürzt zu sein, belegte Edward Hübner Rang drei. „Heute lief es von Beginn an deutlich besser. Ich habe gleich in meinen Rhythmus gefunden. Die Runde in entgegengesetzter Richtung zu fahren hatte echt seinen Reiz und hat viel Spaß gemacht.“ Vierter wurde wie am Vortag Tilman Krause. „Extrem schade, dass es wieder nichts mit dem Podium geworden ist“, ärgert sich der KTM-Fahrer ein wenig, um in einem Atemzug zu relativieren, „aber ich bin sehr zufrieden, auch mit Blick auf das Championat.“

DEM - Klasse E3
Hier gab Klassen-Neuling und letztjähriger Junioren-Champion Luca Fischeder den Ton an. Der Sherco-Fahrer ließ schon in der diesjährigen EnduroGP-Weltmeisterschaft mit guten Leistungen aufhorchen und bestätigte diese nun auch in der DEM. Platz zwei im Championat, Sieg in der Klasse lautete seine Bilanz am ersten Fahrtag. „Ich bin absolut happy mit dem Tag, es lief durchweg gut. In manchen Tests hatte ich vielleicht sogar noch das Potenzial, an der einen oder anderen Stelle noch etwas schneller zu fahren. Doch ich wollte nicht zu viel riskieren, um nicht zu stürzen“, so Luca Fischeder.

Grund zur Freude hatte auch Chris Gundermann, Vierter der Overall-Wertung und Klassen-Zweiter am Samstag. Angesprochen auf sein Erfolgsrezept meinte der großgewachsene KTM-Fahrer: „Ich hatte eine wirklich gute Vorbereitung und bin topfit und hochmotiviert hier hergekommen. Das Motorrad lief bestens und ich selbst bin mit den Bedingungen auch glänzend zurechtgekommen“, und fügt mit einem breiten Grinsen an, „drei Jahre im Endurosport scheinen sich nun endlich so langsam auszuzahlen.“ Wesentlich länger dabei und mittlerweile einer der dienstältesten Fahrer im DEM-Starterfeld ist Andreas Beier, der nun auf einem Zweitakter noch einmal eine neue Herausforderung sucht. Der Einstand kann mit Rang drei durchaus als gelungen bezeichnet werden, wenngleich der achtfache Deutsche Meister noch einiges an Verbesserungspotenzial sieht.

Tags darauf das gleiche Bild. Wieder stand Luca Fischeder ganz oben. „Das war erneutdas Maximum für mich, was ich hier erreichen konnte. An Hamish ist kaum ein Rankommen. Der erneute Klassensieg ist natürlich super. Aber ehrlicherweise bin ich jetzt auch ganz schön platt. WM in Estland und Schweden und hier noch die zwei Tage in Meltewitz. Ich freue mich einfach auf kommendes Wochenende, da lasse ich es etwas ruhiger angehen “, lacht der Sherco-Fahrer, derwiederholt einen überzeugenden Chris Gundermann und einen nicht ganz so zufriedenen Andreas Beier hinter sich lassen konnte. Platz vier ging an DEM-Debütant Marvin Dietermann, Fünfter wurde Mirko Fabera.

DEM – Junioren
Hier betrat mit Milan Schmüser ein neuer Fahrer die DEM-Bühne, der bislang nur beim SuperEnduro vermehrt auf sich aufmerksam machen konnte. Das Nachwuchstalent lag zwischenzeitlich sogar in den Top Zehn der Championatswertung, bis ihn ein äußerst heftiger Sturz aus dem Wettbewerb warf. Somit lag Oskar Wolff in Führung der Junioren-Wertung, die er bis zum Ziel nicht mehr aus den Händen gab. „Mitte des Rennens hatte ich mit 6:25 Minuten eine richtig gute Zeit, an die ich leider nie mehr heran gekommen bin und was mich schon ein wenig wurmte. Zudem habe ich mir bei einem Sturz im Steinfeld den Bremshebel abgehauen und das Kettenrad verbogen. Da ist mir für einen Moment das Herz fast stehen geblieben. Zum Glück konnte ich weiter fahren“, so der Tagessieger vom Samstag.

Platz zwei ging an den letztjährigen Champion des DMSB Enduro-Cup Maximilian Wills, dem damit ein super Resultat zu seinem DEM-Einstand gelang. Das Podest am ersten Fahrtag komplettierte Karl Weigelt, der zum ersten Mal auf dem Treppchen in der Junioren-Klasse stand.

Am Sonntag drehte Maxi Wills den Spies um und gewann vor seinem Husqvarna-Teamkollegen Oskar Wolff. „Ich war am Vortag wahrscheinlich doch etwas zu nervös, war verkrampft und habe einfach zu viele Fehler gemacht“, berichtet der Tagessieger. „Heute ging es mir wesentlich besser von der Hand. Ich war locker, habe keine großartigen Fehler gemacht. Das war schon eher der Maxi aus dem Vorjahr“, lacht der überaus zufriedene Youngster. Das Podest komplettierte Bastian Streit, nachdem er am Vortag den Sprung auf das Treppchen als Vierter noch verpasste. Für den Sherco-Fahrer war es der erste Podestplatz in seiner DEM-Karriere, worüber er sich entsprechend glücklich zeigt: „Ich bin einfach nur happy, dass diesmal alles gepasst hat!“