Burg

DEM Burg 2020 – Hamish Macdonald erneut eine Klasse für sich!

Mit zwei Jahren Verspätung fand nun endlich die 25. Int. ADAC-Geländefahrt in Burg statt. Diesmal war die Waldbrandgefahr glücklicherweise kein Thema. Dennoch musste die Veranstaltervereinigung MSC Munster e.V. im ADAC und MSC Burg e.V. im ADAC so manch anderen dicken Stein aus dem Weg räumen. Und davon gibt es in diesem verrückten Corona-Jahr reichlich. Trotz allem wurde in Burg toller Endurosport geboten. Drei lange Prüfungen mit unterschiedlicher Charakteristik, die sich über die Tage immer weiter ausfuhren, forderten die Fahrer, wie es sich für eine echte Geländefahrt gehört.

Internationale Deutsche Enduro Meisterschaft (Championat)
Aktuell schwimmt Hamish Macdonald auf einer wahren Erfolgswelle. Erst in der Woche zuvor jubelte der 21-Jährige im  italienischen Spoleto über seinen ersten WM-Sieg bei den Junioren. Nun folgten auch in Burg zwei weitere Tagessiege, womit er zur Halbzeit der Int. Deutschen Enduro Meisterschaft seine Favoritenstelle eindrucksvoll untermauerte. Doch ganz so einfach war es dann doch nicht, wie er zugibt. „Am ersten Tag musste ich mich zunächst noch etwas herantasten“, berichtet der Neuseeländer, „aber ab der zweiten Runde konnte ich dann in den Prüfungen richtige schöne Linien fahren. Nur einmal bin ich im Enduro-Test gecrasht, dennoch war meine Zeit okay. Am zweiten Tag kam ich zunächst nicht so recht in Gang, da war ich einfach zu langsam. Zum Glück habe ich dann schnell wieder in meinen Rhythmus gefunden. Es ist schön, hier an beiden Tage zu gewinnen“, strahlt der Tagessieger sichtlich zufrieden.

Der Einzige der Hamish MacDonald wirklich auf den Fersen bleiben konnte war Dennis Schröter. In Rehna noch hinter seinen eigenen Erwartungen geblieben, drehte der Routinier in Burg wieder in seiner bestens bekannten Art und Weise am Gasgriff. „Ich kann es noch“, grinst der Husqvarna-Fahrer, „ich war von Beginn an voll da. Das lag bestimmt auch an der späteren Startzeit“, lacht der Routinier angesichts der Tatsache, dass es samstags erst 9 Uhr losging. Doch auch am Sonntag, als die Fahrer eine Stunde eher auf die Strecke gingen, war Dennis Schröter hellwach, so dass er zumindest in den ersten beiden Runden auf Tuchfühlung zum Neuseeländer blieb. „Aber am Ende lief gar nichts mehr, da war ich vom Kopf her platt. Dennoch, es war ein richtig guter Tag“, freut sich der amtierende Champion.

Klar die dritte Kraft an beiden Tagen war Davide von Zitzewitz. „Am ersten Tag musste ich viel mehr kämpfen, als noch zuletzt in Rehna, da ging es mir doch wesentlich leichter von der Hand.“, berichtet der KTM-Fahrer, der für den zweiten Tag eine andere Einstellung an seinem Motorrad vornahm, von der er sich mehr Erfolg versprach. „Das war die richtige Entscheidung. Ich habe mich wirklich wohler gefühlt. Allerdings waren die anderen beiden da vorn auch eine Klasse für sich, dass muss man fair anerkennen. Ansonsten hat es mir richtig Spaß gemacht, ich mag Burg“, so die abschließenden Worte von einem bestens gelaunten Davide von Zitzewitz.

Auch auf den folgenden Positionen glich sich das Ranking an beiden Tagen. Jeweils Vierter wurde Luca Fischeder, der damit seine bis dato beste Platzierungen einfuhr. Die fünften Ränge gingen an Edward Hübner, die sechsten sicherte sich Robert Riedel, für den aber das Klassenergebnis viel höhere Priorität hatte.

DEM - Klasse E1
Denn da ging Robert Riedel als der große Gewinner des Wochenendes hervor. Schon am Samstag hatte der großgewachsene KTM-Fahrer riesigen Grund zur Freude, denn er feierte seinen ersten DEM-Tagessieg. „Ich bin total glücklich und zufrieden“ strahlt der E1-Premierensieger über das ganze Gesicht, „endlich habe ich die erste Runde einmal nicht verschlafen. Ich konnte von Beginn an richtig pushen und habe mich auch so rundum gut gefühlt. Es war ein super Tag, richtig geil!“ Und am Sonntag machte er von Beginn an so weiter, wie er tags zuvor aufgehört hatte. „Auch da lief es von Anfang an richtig gut“, freut sich Robert Riedel, „gleich den zweiten Sieg nachzulegen ist natürlich super. Ich bin sehr zufrieden. Wobei ich aber auch zugeben muss, das Terrain, der lose und sandige Untergrund kamen mir schon sehr entgegen.“

Damit übernimmt der 26-Jährige auch die Führung in der Meisterschaft. Der bisherige Spitzenreiter Andreas Beier erwischte hingegen ein fürchterliches Wochenende. Schon am ersten Fahrtag tat er sich ungewohnt schwer. „Es lief nichts zusammen. Ich habe keinen Fluss, keinen Schwung gefunden, war keine Einheit mit meinem Motorrad. Es ist schwierig zu erklären“, zeigt sich der amtierende Meister ratlos, der dennoch Rang zwei vor Yanik Spachmüller rettete. Am nächsten Tag dann sogar das vorzeitige Aus, als er wegen gesundheitlichen Problemen, sein Motorrad vorzeitig abstellte: „Ich war vollkommen neben der Spur und irgendwie überhaupt nicht anwesend. Es hatte keinen Sinn, unter diesen Umständen weiterzufahren.“ Ob er in Tucheim an den Start gehen wird, ließ er offen.

Somit kletterte Yanik Spachmüller nach Rang drei am ersten Tag nun als Zweiter auf das Podium. „Zwischendurch hatte ich etwas nachgelassen, gegen Ende konnte ich mich jedoch wieder etwas fangen. Unterm Strich lief es aber besser als am Vortag“, bilanziert der KTM-Fahrer zufrieden.

Und noch einer hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Tristan Hanak, Lokalmatador aus Burg, stand zum ersten Mal in der E1 auf dem Podest. „Es ist sehr schön, dass es ausgerechnet bei meinem Heimrennen mit dem Podium geklappt hat, obwohl ich hier schon mehr Druck verspürt habe, als bei anderen Rennen. Ich bin sehr glücklich, zumal es Anfang der Woche gar nicht danach aussah, da ich mir beim Training einen Außenbandriss im linken Fuß zugezogen habe. Aber da musste ich jetzt durch“, lacht der KTM-Fahrer.

DEM - Klasse E2
Beide Tagessiege gingen zwar an Hamish MacDonald, doch Davide von Zitzewitz strich als Zweiter beide Male die volle Punktzahl für die Meisterschaft ein. Damit liegt der KTM-Fahrer voll im Plan. Luca Fischeder platzierte sich an beiden Tagen auf Rang drei. „Ich bin immer sehr gut in den Tag gestartet, nur hinten raus sind mir dann doch ein paar kleinere Fehler unterlaufen, die etwas Zeit gekostet haben. Nichts dramatisches, aber ich weiß, wo ich mich noch verbessern kann. Vor allem auf den Feldabschnitten muss ich noch am Grundspeed und meiner Linienwahl feilen“, so die Erkenntnis des Sherco-Fahrers, der dennoch ein dickes Ausrufezeichen setzte und sich durchaus zufrieden zeigte.

Dafür wurde bei Edward Hübner das Wochenende unter der Motto „fertig und abgehakt“ zu den Akten gelegt. „Es war nicht mein Rennen. Am ersten Tag habe ich gleich nach dem ersten Test meine Gabel wechseln müssen, da war ich schon etwas angefressen. Dann kam noch ein Sturz dazu, aber ich habe mich zurück gekämpft. Auch Tag zwei lief nicht so viel besser. Auch hier habe ich mein Motorrad einmal voll weggelassen“, schüttelt der KTM-Fahrer ungläubig den Kopf, der beide Tage als Klassenvierter gewertet wurde.

Am ersten Tag erwischte es Tilman Krause in aussichtsreicher Position, wie auch Arne Domeyer mit Motorschaden. Während der Altmeister anschließend nicht mehr antrat, erhielt Tilman Krause aus dem Motorrad seines Teamchefs Bert von Zitzewitz den Motor und konnte so zumindest am zweiten Tag sein Können nochmals unter Beweis stellen. Platz fünf stand für den KTM-Fahrer letztlich zu Buche.

DEM - Klasse E3
In der Klasse konnte erneut niemand Dennis Schröter das Wasser reichen, zu gut war der Titelverteidiger aufgelegt. Das musste auch Björn Feldt anerkennen, der zwar beide Tage auf Rang zwei beendete, aber nicht wirklich zufrieden war. „Die Platzierung ist okay. Aber immer um die drei Minuten ist nicht das, was Dennis mir abnehmen sollte“, zeigt sich der KTM-Fahrer doch ein wenig niedergeschlagen.

Dafür war auf dem dritten Platz die Laune bestens. Benjamin Meusel findet immer mehr in den Endurosport hinein, wie er selbst zugibt und seine beiden dritten Tagessränge dies auch eindrucksvoll untermauern. „Das Ergebnis hat mich schon fast ein wenig überrascht, da ich überhaupt kein Sandfahrer bin. Eigentlich fahre ich auf solchem Terrain immer nur im Rennen“, lacht der GasGas-Fahrer, der sich damit auch auf den dritten Platz in der Meisterschaft vorgearbeitet hat.

DEM - Junioren
Noah Wenz ist derzeit der Mann der Stunde! Nach seinem Tagessieg in Rehna ließ er nun in Burg zwei weitere folgen. „Es war ein richtig gutes Wochenende. Am Anfang bin ich etwas langsam reingekommen. Doch dann konnte ich gut Meter machen. Je zerfahrener die Strecke wurde, desto wohler habe ich mich gefühlt. Es war schon sehr  zermürbend und Kräfte zehrend, da kam mir meine GCC-Vergangenheit doch ein wenig zu Gute“, strahlt der Husqvarna-Fahrer, der sich mit diesen Erfolg an der Tabellenspitze schon etwas gegenüber der Konkurrenz absetzt.

Das hat aber auch damit zu tun, dass sich die Konkurrenten dahinter gegenseitig die Punkte wegnehmen. So lautete das Ranking des ersten Tages auf den Plätzen zwei bis fünf: Oskar Wolff, Lane Heims, Kevin Nieschalk und Maximilian Müller, während am zweiten Nieschalk, vor Wolff, Müller und Heims die Platzierungen abermals durchgemischt wurden.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende“, gesteht Oskar Wolff, der in der Junioren-Kategorie seine ersten Podiumsplatzierungen erringen konnte. „Zwar habe ich den allerersten Test etwas verschlafen, aber von da an lief es richtig gut. Auch Dank der wertvollen Tipps von Dennis“, schmunzelt der Youngster, der vom amtierenden Champion schon seit geraumer Zeit unter die Fittiche genommen worden ist.