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Schlamm kann Endurofahrer nicht bremsen

(aber eine defekte Uhr)

Über 260 Teilnehmer gingen am Sonntag, dem 4. März 2007 über die Startrampe zum ersten Lauf der Deutschen Enduro-Meisterschaft 2007 beim MSC Niedergrafschaft im norddeutschen Itterbeck. Selbst Petrus hatte ein Einsehen und stoppte den wochenlangen Regen, doch nass wurde es für die Teilnehmer trotzdem: dick verschlammt waren die Wege, Felder und Äcker über die die insgesamt 170 km lange Strecke führte.

Viermal wurde die über sieben Minuten lange Sonderprüfung gefahren, so dass am Ende Marcus Kehr, der amtierende Deutsche Enduro-Champion, gerade 12 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Marco Straubel(siehe Bild) hatte. Dabei hatten beide Fahrer knapp drei Wochen vor der Veranstaltung noch die Klassen gewechselt: Kehr statt mit der 300er in der E3 auf die 250er Zweitakt in der E2 und Staubel als amtierender Meister der E2 auf die 525er in der E3. Doch beide Fahrer bewiesen mit ihrem Klassensieg, dass die Umgewöhnung offensichtlich kein Problem gewesen war. Trotzdem waren beide nicht richtig glücklich, denn durch den Umstieg hatten beide Startnummern und Plätze weiter hinten im Feld bekommen und mussten sich auch durch die Fahrer der eigenen Klasse kämpfen. „Mit der 118 zu starten ist kein Genuss,“ meinte Kehr anschließend. Der hatte außerdem damit zu kämpfen, dass im ersten Durchgang der Sonderprüfung diese noch schön glatt für die E1-Klasse war und schon wenig später ziemlich für die Klasse-E2 ziemlich ausgefahren war. „Ich hatte gleich im ersten Durchgang eine ziemliche Klatsche bekommen. Dieser verlorenen Zeit bin ich hinerhergefahren.“
Am Ende hätte er sich eigentlich auch E1-Fahrer Arne Domeyer beugen müssen, wenn das eigene Team besser aufgepasst hätte. Doch Domeyer, Hartmann und der in der gleichen Minute startende DMSB-Junior Andreas Beier kassieren in der zweiten Runde eine Strafminute, weil sie zu spät an die Zeitkontrolle kamen – die defekte Funkuhr beim Team zeigte eine andere Zeit an, als die an der Kontrollstelle. Das kostete Domeyer den Tagessieg und er wurde nur Dritter hinter dem frisch von der B-Lizenz aufgestiegenen Edward Hübner und dem Routinier Dirk Peter.
Auch DMSB-Junior Andreas Beier wurde dadurch auf den sechsten Platz zurück geworfen - Dagegen fühlte sich E2-Pilot Kai-Arne Petruck aus dem DMSB-Junior-Team im Sand wie Zuhause: Ein dritter Platz in der Klassenwertung ist für ihn ein guter Ausgangspunkt für den Start in die neue Saison. Auch Teamkollege Steven Nickolai hat mit dem achten Rang in der Klasse E3 sein Ziel erreicht, zumindest unter die besten Zehn seiner Klasse zu kommen: „Langsam komme ich mit der 300er besser zurecht,“ meinte der Siegerländer, dessen 57-jähriger Fahrer am gleichen Tag bei den Senioren sogar den dritten Platz belegte.

BMW-Pototyp am Start
Hauptaugenmerk des zahlreichen fachkundigen Pulikums lag jedoch nicht nur bei den Favoriten, den etablierten Teams und Fahrern, sondern auch bei einem ganz klein aufgetretenen Team. In einer Weltpremiere brachte das kleine Entwicklungsteam von BMW einen echten Prototypen an den Start: Das mattschwarze Motorrad mit 450 ccm ist eine komplette Neuentwicklung, die ihre Feuertaufe im Schlamm erlebte. Pilot Sascha Eckert, brachte das Motorrad nach anfänglichen elektrischen Problemen in der ersten Wertungsprüfung tatächlich über die komplette Distanz. Ziel ist es nach Angaben des Teams, das Motorradkonzept zunächst auf seine Haltbarkeit und Performace zu erproben.

KTM-Podium beim Enduro-Power-Cup
Die Premiere des Enduro-Power-Cups für die Zweizylinder über 750 ccm stand unter erschwerten Bedingungen: Tiefer Schlamm ist nicht das Lieblingsterrain dieser wirklich schweren Motorräder. Trotz vorheriger Prognosen selbsternannter Insider kämpften sich aber alle Fahrer ins Ziel: Mit über einer Minute Vorsprung holte sich Christoph Seifert den Tagessieg vor Udo Grellmann und seinem BvZ-KTM-Racing-Teamkollegen Martin Boll. Dirk Thelen landete als einziger BMW-Pilot aus der privat eingesetzten Wunderlich-HP2 auf dem vierten Rang.

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